Zum Inhalt springen

Was kostet die Welt?

„Ich habe nicht genug Geld um eine Weltreise zu machen.“

Dieser Gedanke ist in den letzten Jahren durchgehend in meinem Kopf herumgeschwirrt. Obwohl ich mir eine solche Reise schon lange gewünscht hatte, waren meine vielen Sorgen immer größer als die Neugierde. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es nicht nur mir so geht. Deswegen möchte ich heute einen ganz ehrlichen Kassensturz mit euch machen.

Ich habe meine Weltreise mit einem Budget von 10.000 Euro begonnen.

ASIEN

Zweieinhalb Monate in Asien haben mich insgesamt 1.711 Euro gekostet. Für dieses Geld bin bin durch Thailand, Kambodscha, Malaysia, Singapur und Indonesien gereist. Dabei habe ich immer in guten Hostels übernachtet und jeden Tag mehrmals auswärts in Restaurants oder auf Märkten gegessen. Fortbewegt habe ich mich entweder mit dem Zug, mit Bussen, per Schiff oder Inlandsflügen. Außerdem mit drin im Budget: Viele gebuchte Touren in Nationalparks, auf Inseln oder zu Schnorchel-Spots. Ein Besuch im Elefantencamp, Eintritte in Kulturstätten, Kochkurse, Kino, Flüge, Massagen und viele Cocktails am Strand. Auch die zusätzlichen Kosten durch meinen vertauschten Pass sind mit eingerechnet.

AUSTRALIEN

Weitaus teurer wurde meine Reise in Australien: In fünf Wochen habe ich dort 2.811 Euro ausgegeben. Ich habe mit dem Bus die komplette Ostküste bereist und mit einem eigenen Mietwagen zusätzlich den größten Bundestaat Australiens: Die Insel Tasmanien. Geschlafen habe ich in günstigen Hostels oder kostenlos bei Einheimischen, die Couchsurfer wie mich bei sich aufnehmen. Ich habe mir auch manchmal Kosten für eine Unterkunft gespart, indem ich die langen Strecken in Australien mit dem Nachtbus gefahren bin. Vor zwei Inlandsflügen habe ich außerdem auf dem Flughafen übernachtet. Gespart habe ich auch am Essen, indem ich ausschließlich selbst gekocht habe. An Ausflügen wurde dagegen nicht gespart: Mit drin im Preis sind ein dreitägiger Segeltörn, ein Tauchtrip ans Great Barrier Reef, Eintritte, Aufenthalte in Großstädten wie Melbourne und Sydney, Flüge und viele Tagesausflüge – zum Beispiel in Nationalparks, zu wild lebenden Koalas und auf die größte Sandinsel der Welt.

NEUSEELAND

Der Kiwi-Dollar steht dem Australischen in nichts nach: Dort habe ich in gut viereinhalb Wochen 2.864 Euro ausgegeben. Die Südinsel Neuseelands habe ich mit dem Auto eines Freundes bereist. Geschlafen haben wir abwechselnd auf Campingplätzen oder in günstigen Hostels. Auch in Neuseeland habe ich immer selbst gekocht. Auf der Nordinsel bin ich mehrmals per Anhalter gefahren und habe einige Strecken mit dem Fernbus zurück gelegt. Das meiste Geld habe ich in Ausflüge investiert: Ich habe einen aktiven Vulkan bestiegen, bin mit dem Helikopter auf einen Gletscher geflogen, bin Sanddünen herunter gefahren, mehrere Tage durch Nationalparks gewandert, mit dem Schiff über einen Fjord gefahren und nicht zu vergessen: Aus einem Flugzeug gesprungen. Der Fallschirmsprung bleibt unübertroffen, sowohl in Bezug auf die Erfahrung als auch auf den Preis! 😉

Auch mit drin im Budget: Eintritte, Lebensmittel, Benzinkosten, Feiertage wie Weihnachten und Silvester und mein Rückflug einmal um die Welt, nach Hause.

Insgesamt bin ich also ohne auf wichtige Dinge zu verzichten deutlich unter meinem Budget geblieben und habe von meinen 10.000 € nur 7.386 € ausgegeben.

Warum erzähle ich euch das?

Ich möchte nicht angeben und erst recht keinen Neid erzeugen. Ich möchte euch Mut machen!

Ich weiß, dass nicht jeder mit Leichtigkeit mein Budget, meine Zeit oder meine Flexibilität zur Verfügung hat: Manche von euch haben Kinder, eine feste Beziehung, einen unverzichtbaren Job oder glücklicherweise gleich alles auf einmal. Trotzdem lohnt es sich immer in die eigenen Träume zu investieren.

Auch ich habe viel aufgegeben um meinen Traum zu verwirklichen: Meinen Job, meine Wohnung und nicht zuletzt mein ganzes Erspartes. Aber es hat sich gelohnt!

Wenn auch auf eurer Wunschliste eine Reise stehen sollte, möchte ich euch ermutigen euren Traum umzusetzen. Denn es ist möglich auch mit verhältnismäßig wenig Geld tolle Länder zu sehen und einmalige Erfahrungen zu machen. Traut euch: Geld ist zum Ausgeben da. Es macht wenig Sinn später mal der reichste Mensch auf dem Friedhof zu sein! 😉

Sei der Erste der einen Kommentar abgibt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.