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Better late than never

Schöner kann man nicht ausdrücken, was ich heute erleben durfte. Denn mein Versuch dem stundenlangen Trampen von Ort zu Ort zu entgehen ist in einem anderen Warte-Szenario geendet.

Ich wollte endlich meine gemütliche, wohl verdiente Busfahrt antreten, die ich mir geleistet hatte: Vier Stunden von der Coromandel-Küste im Osten nach Auckland im Norden.

An der Küste hatte ich in den letzten Tagen endlich wieder Sonne tanken können: Unter anderem am Hot Water Beach.

Dort graben bei Ebbe hunderte Touristen mit ihren Schaufeln Löcher in den Boden, um heiße Quellen zu finden. Das Ergebnis ist ein Strand, der wie ein Schweizer Käse durchlöchert ist, bis die Flut die Spuren wieder verwischt. Ein großer Spaß! 😉

Auch die berühmte Bucht mit der Cathedral Cove habe ich mir angesehen. Fast schöner als das viel fotografierte Loch am Strand war aber der 45-minütige Wanderweg dorthin.

Das typisch touristische Ich-War-Hier-Foto gab’s dann aber natürlich doch noch.

Doch zurück zu meiner Busfahrt:

Leider hatte es gerade heute, wo ich gemütlich reisen wollte, auf einer der Hauptverkehrsstraßen zwei Mal heftig gerkracht.

Die Straße wurde für mehrere Stunden gesperrt und die komplette Nordinsel dadurch größtenteils lahm gelegt. Denn das Verkehrsnetz ist in Neuseeland nicht sonderlich gut ausgebaut, jede gesperrte Straße hat für die Autofahrer einen riesigen Umweg zur Folge. Den auch mein erster Bus in Kauf nehmen musste, weshalb ich bereits eine Stunde zu spät an dem Ort ankam, an dem ich umsteigen sollte. Doch auch der Anschlussbus verspätete sich um mehrere Stunden.

Die gewonnene Zeit verbrachte ich mit anderen Gestrandeten am Straßenrand, während Autofahrer hupend und grinsend winkend an uns vorbei fuhren. Moment mal … Diese Demütigung kenne ich doch irgendwo her!? Der Tramp-Albtraum war wieder Realität geworden.

Als der zweite Bus uns nach mehr als vier langen Stunden endlich aufgabeln konnte, wirkte die Busfahrerin genauso erleichtert wie wir. Sie begrüßte uns etwas erschöpft mit den Worten „I am lucky to be here“ und sagte dann noch „better late than never“ durch’s Mikrofon, bevor sie auf’s Gas drückte.

So bin ich nach einer neunstündigen (zugegeben gemütlichen) Fahrt also doch noch in Neuseelands heimlicher Hauptstadt Auckland angekommen. Und ich hatte Gelegenheit die letzten 200 Seiten meines aktuellen Buches in aller Ruhe durchzulesen: Der Thriller „Das Joshua Profil“ von meinem Berliner Radiokollegen Sebastian Fitzek. Sehr zu empfehlen! 😉

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