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Bloggerin

Es ist kurz vor acht, das Büro füllt sich langsam. Meine Kollegen drehen ihre morgendliche Runde, sie reden und lachen. Auch ich sage „Guten Morgen“, obwohl mein Magen schon lauthals nach dem Mittagsessen schreit. Kein Wunder: Mein Arbeitstag beginnt schon um 04:30 Uhr. Jeden Morgen. Denn ich spreche die Nachrichten in der Morningshow eines Radiosenders.

Newsjunkee Julia Meyer Bloggerin 01

Ich schließe die Tür meines Studios und von jetzt auf gleich verstummt das aufgekratzte Gemurmel der Kollegen im Flur. Ich dagegen setze meine seriöse Maske auf. Die drei Bildschirme vor mir flackern, der Fernseher läuft. Ich schalte den Ton aus und räusper mich ein letztes Mal. Dann setze ich mir meinen Kopfhörer auf, bringe mein Mikrofon in die richtige Position und drücke den Knopf auf dem Mischpult. Ein rotes Licht leuchtet auf. Der Moderator im Studio gegenüber nickt mir durch die Glasscheibe zu und ich beginne zu sprechen.

Mehrere Jahre hat mich mein Job als Nachrichtensprecherin erfüllt und glücklich gemacht. Bis ich mein eigenes Motto nicht mehr umsetzen konnte: Ich wollte euch jeden Morgen mit einem guten Gefühl in euren Tag begleiten.

Doch statt schöner Geschichten musste ich immer öfter negative Meldungen vorlesen

Über Terrorismus, Kriege, schlimme Unfälle und Gewalt. Ich war stolz auf das, was ich tat. Und doch hat es sich mein Job als Nachrichtensprecherin angefühlt, wie der einer Krankenschwester in einer Notaufnahme: Hektisch, unvorhersehbar und mit vielen schrecklichen Bildern verbunden, die mich bis weit in den Feierabend hinein begleitet haben. Dieser Stress hat mich krank gemacht, mehrere Monate konnte ich nicht arbeiten. Wenn Dich interessiert, wie ich mich aus diesem Tief zurück gekämpft habe und welche Rolle das Reisen dabei gespielt hat, kannst Du hier die ganze Geschichte nachlesen.

Ich habe mein Leben komplett umgekrempelt

Im September 2016 habe ich meinen Rucksack gepackt und ein One-Way-Ticket nach Asien gekauft. Ich war so aufgeregt! Reisen wollte ich zwar schon immer aber bisher hatte ich alle Gelegenheiten dazu in meinem Leben rechts und links liegen lassen.

Newsjunkee Julia Meyer Bloggerin 02

Als Journalistin war ich mir sicher, dass ich meine Gefühle, Gedanken und Geschichten schriftlich festhalten muss. Um sie selbst verarbeiten zu können aber auch um meine Familie, meine Freunde und Euch – schlichtweg alle, die es interessiert, daran teilhaben zu lassen.

Gedacht, gesagt, getan: Während meiner fünfmonatigen Weltreise hat man mich also in jeder Situation mit meinem Handy, meiner Kamera und meinem Laptop gesehen. Egal ob auf dem Speedboot, der Skybar oder beim Schnorcheln. Nur beim Fallschirmsprung waren eigene Kameras nicht erlaubt! 🙂

Mit dem Reisen verhält es sich allerdings wie mit Tattoos: Seit diesem ersten, zugegeben recht großen, Trip bin ich süchtig danach! Nach dem Gefühl, völlig auf mich allein gestellt zu sein. Danach, neue Länder, Menschen und Traditionen kennen zu lernen. Süchtig nach fremden Kulturen und einmaligen Erlebnissen. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, Euch auch weiterhin auf meinen Reisen mitzunehmen.

Ich hoffe es gefällt 🙂