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Ein Hoch auf unseren Busfahrer!

Busfahren in Thailand ist Extremsport – für die Nerven!

Ich wollte per Bus die knapp 300 km von Chiang Mai in meinen nächsten Ort Sukhothai fahren. Das ist eigentlich kein Problem: Auf der Strecke fahren sogar große, klimatisierte Reisebusse, wie wir sie aus Deutschland kennen. Allerdings deutlich langsamer … bus1

Zwischen drei und fünf Stunden braucht der Bus, war die grobe Schätzung des Mannes am Ticketschalter. Tatsächlich waren es aber über sechs Stunden. Schuld daran waren viele Baustellen und männliche Mitfahrer, die den Busfahrer ständig darum gebeten haben mitten auf dem Highway anzuhalten, damit sie in den Büschen ihr Geschäft erledigen können 😉

Mit der verlängerten Fahrtzeit hatte ich kein Problem – allerdings mit der Route: Im Bus werden keine Stationen angezeigt, auch die Straßenschilder sind alle ausschließlich auf Thai und der Busfahrer spricht kein Wort Englisch. Deshalb hab ich mir die ganze Zeit die Frage gestellt: Wann muss ich eigentlich aussteigen?bus2

Ich hab mich letztendlich an den Schildern von Autohäusern und Tankstellen orientiert, auf denen oft der Namen des Ortes steht. So hab ich es immerhin bis nach Sukhothai geschafft.

Aber dann kam die nächste Hürde: Der Busfahrer fragte mich, ob ich in Alt-Sukhothai aussteigen will oder in Neu-Sukhothai.

WAAAS?? Es gibt zwei Haltestellen?

Kein Problem. Schnell auf die Karte geschaut und siehe da: Mein Hostel liegt nur ein paar Meter neben der Haltestelle „old-sukhothai“. Glück gehabt.

Als ich ausgestiegen bin hab ich allerdings schnell gemerkt, dass das nicht richtig sein konnte. Ich stand mitten in der Pampa mitsamt meines 11-Kilo-Backpacks.bus3

Ich war zwar wie befohlen in ‚old-sukhothai‘ abgesetzt worden, dieser Teil der Stadt liegt aber 12 (!) Kilometer vom neuen Stadtkern entfernt, in dem auch mein Hostel ist.

Was war schief gelaufen?

Ich hatte in der Eile auf der Stadtkarte das Wort „to“ vor der Haltestelle übersehen. Neben meinem Hostel steht also nicht die Haltestelle „old-sukhothai“ sondern eine x-beliebige Haltestelle, an der Busse NACH old-sukhothai fahren.bus4Dass ich mich versehen hatte, haben schnell auch die Tuk-Tuk-Fahrer mitbekommen. Sie boten mir netterweise an mich mitzunehmen: Für den Schnäppchenpreis von 200 Baht – zum Vergleich: Für die lange Strecke vorher hatte ich 207 Baht gezahlt. Ich war ziemlich stolz auf mich als ich bei 35 Grad im Schatten mit dem Backpack auf dem Rücken zum Tuk-Tuk-Fahrer sagte: Ich zahle höchstens 50 Baht. Er lachte und meinte: Keine Chance. Ich sagte: Kein Problem, ich laufe! Da lachte er noch lauter …

Ich hatte das ernst gemeint – allerdings nur kurz. Nach zehn Metern in der prallen Hitze hab ich mich zur Minibus-Station durchgefragt und bin letztendlich für 30 Baht bis vor mein Hostel gefahren worden. Inklusive eines kleinen Umwegs über die Schule der Stadt, denn die Kids hatten gerade Schulschluss. So saß ich also k.o., ungeduscht und hungrig zwischen lachenden Jugendlichen. Die sind überall auf der Welt gleich fies 😉bus5

P.S.: Ich muss ehrlicherweise noch gestehen: Der Besitzer meines letzten Hostels hatte natürlich recht. Der Bus nach Sukhothai ist wirklich alle zwei Stunden gefahren. Sogar ohne Wartezeit in dem Moment, als ich am Busbahnhof ankam. Trotzdem ist es für mich immer noch ein sehr neues, beängstigendes Gefühl, spontan mit allem, was ich besitze loszuziehen, ohne konkret zu wissen ob und wie ich an mein nächstes Ziel komme. Zurecht, wie die Geschichte heute gezeigt hat 😉

Ein Kommentar

  1. Jaana Jaana

    Oh ja, das kenne ich nur allzu gut…:-)

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