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hero of the elephants

Elefanten findet man in Thailand an jeder Ecke: Aufgemalt auf Kleidungsstücken, als Figuren am Schmuck oder als Statuen an Straßenrändern und Häusern. Mit lebendigen Elefanten gehen die Thais aber leider meist nicht gut um. Um Touristen anzulocken werden sie mit Ketten an Pfählen an viel befahrenen Straßen festgebunden. Dort kann man sie füttern und sogar spontan auf ihnen reiten. Die unzähligen Elefantenparks sind ähnlich strukturiert: Auch sie bieten Elefantenreiten und -shows an.

Letztendlich muss jeder Urlauber für sich selbst entscheiden, wie er damit umgeht.

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Ich habe mich entschieden meine umgerechnet 50€ Eintritt in ein soziales Projekt zu stecken: In den „Elephant Nature Park“ in Zentral-Thailand. Hier haben in den letzten Jahren 70 Elefanten ein neues Zuhause gefunden, die in der Vergangenheit gequält wurden: Sie wurden auf engstem Raum in Zoos gehalten, für den Zirkus dressiert oder als Zugtiere bei schweren Arbeiten eingesetzt.

Der Mann, der hinter dem ganzen Projekt steht, ist David Omuro

Er ist vor einigen Jahren selbst als Tourist nach Thailand gekommen und hat natürlich auch eine Elefantenshow gesehen. Seine Reaktion unterscheidet ihn aber von anderen Touristen: David hat versucht sich in die Elefanten hinein zu versetzen.

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Er war sich sicher: Kein Elefant würde freiwillig in einer Manege zwischen brennenden Fackeln auf den Hinterbeinen stehen. Kein Elefant malt von Natur aus Bilder – sie werden dabei von Menschen an ihren empfindlichen Ohren gezogen, bis sie den Pinsel in die richtige Richtung bewegen. Und kein Elefant trägt gerne einen 150 Kilo schweren Sitz mit mehreren Personen darauf (insgesamt etwa 500 kg) acht Stunden täglich durch die Gegend. Kein Elefant läuft freiwillig durch die schwülen, lauten Touristenstraßen von Bangkok …

Er beschäftigte sich mit den Elefanten und fand heraus, dass viele Tiere bereits als Babys in der Wildnis gejagt werden, um sie in Länder wie Thailand zu schmuggeln und möglichst früh trainieren zu können. Diese Methode wird „the crush“ genannt und sagt glaube ich schon genug über die widerlichen Qualen aus, die die Tiere durchmachen müssen, bis sie gehorchen.

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Sein Herzensprojekt „Elephant Nature Park“ startete David Omuro damals mit vier Elefanten. Heute leben in dem Park fast 70 Tiere. Und jedes Jahr kommen mehr dazu: mit sichtbaren Verletzungen wie gebrochenen Beinen und mit tiefen seelischen Verletzungen.

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Denn das Synonym „Dickhäuter“ gibt uns ein ganz falsches Bild von Elefanten. Die Tiere sind uns Menschen sehr ähnlich – sie sind emotional und sensibel. Elefanten leben eng zusammen, lernen ein Leben lang und geben ihr Wissen an ihren Nachwuchs weiter. Diese Möglichkeit haben jetzt auch wieder die Elefanten im Elephant Nature Park.

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Als Besucher wurde ich von meinem Guide Tong (bei zwischenzeitlich strömenden Regen) herumgeführt, denn nicht alle geretteten Tiere sind friedlich und lassen Menschen an sich heran. Besonders fasziniert hat mich seine Liebe zu den Tieren: Jeder Guide im Park kennt den Namen, das Alter und die persönliche Geschichte eines jeden Elefanten. Guides und Freiwillige Helfer aus der ganzen Welt respektieren die Tiere in ihrem Lebensraum. Immer wieder sagt Tong „give them space“ – und wir lassen die Elefanten allein, nachdem wir einige Minuten lang mit ihnen Fotos gemacht haben.

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Im Nature Park können sich die Elefanten von ihrer Vergangenheit erholen. Viele gewinnen sogar wieder Vertrauen zu Menschen. Die Tiere werden in der Park eigenen Tierklinik behandelt oder lernen mit ihren Verletzungen umzugehen. So wie diese Elefantendame: Ihre Mutter wurde dazu gezwungen in den Bergen zu arbeiten. Im Alter von zwei Jahren stürzte ihr Kind ab als es versuchte bei ihr Muttermilch zu trinken. Der Bruch wurde nie behandelt und ist schief zusammengewachsen. Trotzdem lebt die Elefantendame heute glücklich im Park und hat keine Schmerzen.

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Die wohl glücklichsten Elefanten sind aber diejenigen, die im Park auf die Welt kommen, sagt Tong. Im Moment leben dort vier Baby-Elefanten – das Kleinste ist erst vier Monate alt.

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Aber der Park bietet nicht nur Elefanten ein neues Zuhause sondern auch Büffeln, Pferden, Katzen und mehr als 400 Hunden. Die meisten von ihnen kamen im Jahr 2011 hierher, als viele Gebiete Thailands überflutet wurden. Freiwillige Helfer haben damals hunderte Haustiere aus den Fluten gerettet.

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Bei diesen wundervollen Geschichten überrascht mich nicht, dass die Thailänder David Omuro den Spitznamen „hero of the elephants“ gegeben haben.

2 Kommentare

  1. David Omuro David Omuro

    Hallo! This is David Omuro. Thank you for the write up of your time in Elephant Nature Park. Just to let you know, I am not the founder of the park or do I collect money for the Organization.

    You may contact me if you wish

    Khob Khun Khrap!

    • Julia Meyer Julia Meyer

      Hey David,
      thank you for your comment! I’m sorry for writing some wrong informations, I just changed it. I’m traveling for three month now and the day in the park was one of the best experiences! 😉
      Kind regards,
      Julia

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