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Wie gut sind deutsche Fernbusse?

Ich erinnere mich noch an viele Momente meiner Weltreise – aber die langen Fahrten in klapprigen Bussen verdrĂ€nge ich scheinbar 😉

Die schönen 13 Stunden von Bangkok ĂŒber die Grenze nach Kambodscha oder die 12 Stunden von Malaysia nach Singapur, als mich der Busfahrer als Einzige hat an der Grenze stehen lassen. Ein super Erlebnis …

Aber wie gut lÀsst es sich eigentlich in Europa reisen?

Ich probiere es heute zum ersten Mal ĂŒber eine lĂ€ngere Strecke aus: Von Hamburg geht es ĂŒber Nacht nach Prag. Neun Stunden dauert die Fahrt ĂŒber Berlin und Dresden.

Schon bei der Ankunft merke ich die deutsche PĂŒnktlichkeit: Um 23:45 Uhr soll der Bus planmĂ€ĂŸig abfahren. Um 23:43 Uhr jault der Motor auf. Sehr zum Entsetzen der auslĂ€ndischen Mitreisenden, die sich gemĂŒtlich noch eine Zigarette angezĂŒndet haben oder gerade erst in aller Ruhe mit ihrem GepĂ€ck dem Bus entgegen geschlendert kommen.

Wo gibt’s denn sowas?

Wie geplant fahren wir pĂŒnktlich los. Die Busfahrer, ein Deutscher und ein Tscheche, begrĂŒĂŸen uns nett aber ziemlich kurz in beiden Sprachen.

Danach ist es schnell ruhig, alle wollen die Nachtfahrt nutzen um zu schlafen. Alle – außer die Person hinter mir. NatĂŒrlich.

Warum mĂŒssen Menschen eigentlich immer essen sobald sie in öffentlichen Verkehrsmitteln sitzen?

Wir hatten kaum den ZOB in Hamburg verlassen, schon packt der nette spanische Mitreisende hinter mir seinen Proviant aus. In Sekundenschnelle verbreitet sich ein undefinierbarer Geruch im ganzen Bus.

Dazu kommt dieses beherzte Schmatzen, das ich noch aus asiatischen LĂ€ndern wie Malaysia kenne. Sein Mitternachtssnack scheint ihm zu schmecken …

Ich drĂŒcke meine Oropax zusammen und quetsche sie in meine GehörgĂ€nge. Das Licht im Bus geht aus. Wobei „aus“ ĂŒbertrieben ist – denn die Notbeleuchtung ist so hell wie die Flutlichter in einem Stadion.

Deutsche Sicherheitsstandards

Nach etwa zweieinhalb Stunden wache ich zum ersten Mal auf. Ich kann nicht mehr sitzen. Das fĂ€ngt ja gut an …

Die Sitze sind extrem ungemĂŒtlich und der Bus rappelvoll. Da können auslĂ€ndische Busse punkten: Mit breiten, gemĂŒtlichen Sitzen wie im Kino, die sich oft sogar nahezu in eine Liege verwandeln lassen.

Nach drei Stunden im Bus rĂ€keln sich alle Betroffenen in ihren Sitzen wie das Faultier Sid im Ice Age Film, als es versucht eine passende Schlafposition zu finden …

Und hinter mir im Bus wieder dieses Schmatzen

Irgendwie hat das monotone GerÀusch aber mittlerweile eine beruhigende Wirkung auf mich. Denn ich schlafe wieder ein.

Dass wir mitten in der Nacht insgesamt drei Mal in Berlin halten bekomme ich noch mit, auch Stunden spÀter in Dresden öffne ich kurz die Augen.

Danach werde ich allerdings erst wieder schlagartig wach als der komplette Bus leer ist. Alle um mich herum sind ausgestiegen und warteten draußen auf ihr GepĂ€ck.

Hilfe, was war los? War das der GrenzĂŒbergang oder waren wir etwa schon da? 

Schnell das Handy raus gekramt und WLAN und GPS gestartet  – Buchstaben, die im Ausland Gold Wert sind.

TatsĂ€chlich: Wir waren in Prag. Falls es eine Grenzkontrolle gab habe ich sie verschlafen. 😉

Mein Fazit

Was das Reisen und Schlafen im Bus angeht bin ich nach meiner Weltreise ziemlich abgehĂ€rtet. Deshalb war eine neunstĂŒndige Fahrt fĂŒr mich kein Problem.

Im Gegensatz zu anderen Bussen, mit denen ich bisher im Ausland gereist bin, setzen europĂ€ische Fernbusse allerdings auch bei langen Strecken vergleichsweise wenig auf Beinfreiheit, GemĂŒtlichkeit und Komfort.

Die Busunternehmen punkten aber mit sehr gutem WLAN und sicheren Fahrern, die einen ohne Umwege oder unnötige Pausen ans Ziel bringen.

Das ist im Ausland anders – da muss man jede menge Geduld mitbringen. Bei einigen Fahrten habe ich mich nicht getraut die Augen zu schließen – wegen der rasanten Fahrer und der vielen schlecht ausgebauten Straßen.

Oder ich musste bei jeder noch so kleinen Pause den Bus verlassen – wie beispielsweise in Australien. Denn wenn der Fahrer den Motor aus macht setzt auch die Klimaanlage aus. Da hĂ€lt sich niemand freiwillig im Bus auf! 😉

FĂŒr Reisende mit kleinem Geldbeutel und einer harten Schale ist Meinfernbus Flixbus also eine gute und vor allem sehr gĂŒnstige Alternative um durch Europa zu reisen.

Ich fahre in den kommenden Tagen auch noch mit einem tschechischen Busunternehmen. Mal schauen welche Überraschungen mich dort erwarten! 😉

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