Zum Inhalt springen

Das kommt mir nicht in die Tüte!

Keiner braucht sie wirklich und trotzdem nutzen wir sie alle noch viel zu oft: Die Plastiktüte.

Erst gestern habe ich mir wieder für 10 Cent eine dieser Tüten kaufen müssen, weil ich meinen Stoffbeutel mal wieder vergessen hatte. Ja, der Mensch ist ein Gewohnheitstier: Es wird wahrscheinlich noch etwas dauern bis ich den Beutel wirklich in jeder Situation für spontane Einkäufe dabei haben werde.

Dabei gibt es genug Motivation: Denn jeder von uns kann mit dieser kleinen Geste einen so großen Beitrag zum Umweltschutz leisten.

Im Durchschnitt verbraucht jeder von uns Deutschen im Jahr 68 Plastiktüten. Damit legen wir schon einen guten Wert vor: Denn europaweit werden pro Kopf 200 Tüten pro Jahr verbraucht. Doch wenn wir uns bewusst machen, dass Plastik bis zu 400 Jahre braucht um vollständig zersetzt zu werden, ist auch bei unserer Einstellung zu Plastikmüll noch Luft nach oben, finde ich.

Auf meiner Reise um die Welt habe ich erlebt, wie andere Länder mit Plastikmüll umgehen und war immer wieder schockiert: In Asien laden Händler ihren Müll einfach am Straßenrand ab – darunter befindet sich häufig auch Plastik. Denn Tüten gibt es in jedem Laden und an jedem Marktstand gratis.

Auch in Australien und Neuseeland ist die Diskussion um den Umweltschutz noch nicht angekommen. Dort sind so gut wie alle Produkte in Plastik verpackt oder eingeschweißt: Gemüse, Milchprodukte, Brot und sogar einzelne Obststücke wie zum Beispiel Bananen Auch an den Supermarktkassen packen Helfer die Einkäufe der Kunden in unzählige Plastiktüten. Selbst ein Stoffbeutel, den ich gekauft hatte, wurde mir in einer Plastiktüte überreicht.

Ich bin stolz darauf, dass immer mehr deutsche und europäische Unternehmen eine freiwillige Richtlinie umsetzen und den Verbrauch von Plastiktüten reduzieren – auch wenn wir im internationalen Vergleich schon gute Zahlen präsentieren können. Bei großen Unternehmen wie Media Markt und Saturn, H&M, C&A oder Deichmann bezahlen wir bereits seit Jahren Geld für Plastiktüten. Auch immer mehr Lebensmittelgeschäfte ziehen mit, wie beispielsweise Rewe und Real.

Und jetzt trauen sich sogar die Billig-Discounter: Als erster schafft Penny in allen 2100 deutschen Filialen die Plastiktüten ab. Wer seine eigene Stofftasche mitbringt wird in Zukunft sogar belohnt: Penny erlässt jedem Käufer mit eigenem Stoffbeutel zehn Cent und spendet denselben Betrag an gemeinnützige Institutionen.

Übrigens: Auch bei den ARAL Tankstellen könnt ihr ab jetzt sparen.

Wer dort nämlich seinen eigenen, umweltfreundlichen Becher mitbringt bekommt seinen Kaffee in Zukunft 10 Cent günstiger. Damit kämpft das Unternehmen gegen einen weiteren Umweltschädling: Gegen den Einweg-Pappbecher.

Sei der Erste der einen Kommentar abgibt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.