Mit Mut die Komfortzone verlassen

“Ich würde gern mal alleine weg fahren. Aus meinem Alltag, meiner comfort zone, ausbrechen. Vielleicht auch nur für ein paar Tage.” 

Wenn Ihr ehrlich zu Euch seid: Wie oft habt Ihr diese Gedanken schon gehabt, habt Euch aber nicht getraut sie laut auszusprechen? Ein Mal? Zwei Mal? Oder sogar zweihundert Mal – so wie ich? 🙂

Aber es ist doch verrückt so etwas zu denken!!

Oder etwa nicht?

Immerhin schieben alle anderen doch auch täglich Überstunden und beschweren sich nicht … die Anderen stehen doch auch an ihrem freien Samstag stundenlang voll bepackt mit ihren Einkäufen an der Supermarkt-Kasse und rollen dabei nicht mit den Augen. Alle anderen meistern ihren Alltag doch auch ohne Probleme und sind dabei ausgeglichen, glücklich und zufrieden.

Oder etwa nicht?

Ich glaube wir alle würden uns wundern, wie viele von uns das nicht sind. Wie viele von uns sich dem Alltag hingeben und still und heimlich genau darüber nachdenken: Einmal aus dem Alltag ausbrechen zu können. Den Wecker nicht stellen zu müssen … Nicht überlegen zu müssen, was nächste Woche mittags auf den Tisch kommt … Keine Termine koordinieren zu müssen um allen und allem gerecht zu werden.

Die eigene Komfort-Zone zu verlassen ist nicht leicht

Erst vor wenigen Tagen habe ich genau diesen Wunsch von einer meiner ältesten Freundinnen gehört: Ein Tapetenwechsel soll her! Keine aufwendige Renovierung, aber ein neuer Anstrich darf es schon sein. Mal alleine sein, Zeit haben für eigene Interessen, sich neuen Herausforderungen stellen, die eigenen Grenzen austesten.

Doch jeder, der diese Gedanken schon einmal durchgespielt hat, weiß, dass uns unsere natürlichen Ängste schon nach wenigen Sekunden von dem Höhenflug, den sie bei uns auslösen, auf den Boden der Tatsachen zurück holen. Und das lustige Fragen-Karussell beginnt sich zu drehen:

Wohin soll ich überhaupt fahren? Wie kann ich mir das leisten? Wen frage ich, wenn Probleme auftreten? Wie soll ich alleine Anschluss finden? Bin ich alleine überhaupt sicher in der Fremde? Was passiert während ich weg bin mit meinem eigentlichen Leben hier in Deutschland?

Die Liste unserer Ängste ist unendlich lang

Ich selbst hatte vor meiner ersten großen Reise vor allem eine ganz große Sorge: Was unternehme ich monatelang in einem fremden Land? Wie bekomme ich mehrere Monate rum – ohne Netflix, Bücher, Internet, Telefon, ohne meine Familie und meine Freunde? 🙂 Das sind wahre First-World-Problems!

Im Ernst: Museen finde ich total langweilig. Ich gehe auch nicht gern spazieren. Mit Wandertouren kann man mich jagen – vor allem Berge hochzukrakseln mag ich überhaupt nicht. Stundenlang am Strand zu liegen ödet mich an. Also: Womit beschäftige ich mich den lieben langen Tag in einem fremden Land, in dem ich niemanden kenne?

Es ist ein Phänomen: Zuhause fällt es uns ziemlich leicht allein zu sein. Jeder von Euch hat sicherlich schon mal den ein oder anderen Sonntag allein auf der Couch verbracht – ohne sich unwohl zu fühlen. Oder? In unserer Komfort-Zone fällt es uns erstaunlich leicht uns selbst zu ertragen. Aber warum eigentlich nicht an einem anderen Ort? Warum haben wir so viel Angst davor in der Fremde mit uns allein zu sein?

Auch ich habe mir in die Hose gemacht bei dem Gedanken daran, alleine zu reisen

Daran erinnere ich mich noch ganz genau. Wochenlang habe ich mir Szenarien ausgemalt, Sorgen gemacht und Situationen durchgespielt. Newsjunkee Julia Meyer Bloggerin 02

Erst als ich am 03. September 2016 allein im Flugzeug saß, war diese Angst verflogen. Ab diesem Moment gab es nur noch mich und meinen Rucksack. Und meine Ängste, mit denen ich aber fertig werden würde. Da war ich mir sicher.

Ich kann Euch sicherlich nicht alle Sorgen nehmen, aber viele!

Meine Erfahrung hat mir gezeigt: Ihr seid mit Eurer Geschichte nicht allein auf der Welt. Es gibt immer Menschen, die in einer ähnlichen Situation stecken.

Wenn Ihr auch nur eine Sekunde lang überlegt, aus Eurem Alltag auszubrechen. Traut Euch!

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