Wie sicher ist Couchsurfen?

Ich muss zugeben: Am Anfang war ich ziemlich skeptisch was couchsurfen und auch trampen angeht. Beides ist umsonst aber auch nicht ungefährlich, vor allem als Frau in einem fremden Land.

Vor allem Australien ist so groß, hier legt man teilweise Strecken von 800 Kilometern zwischen den Städten zurück und fährt dabei durchs Nirgendwo. Dadurch hat man kaum eine Chance aus einem Auto auszusteigen, wenn man sich dann doch mal unwohl fühlt. Ich habe mit trampen trotzdem nur gute Erfahrungen gemacht: Allerdings nie allein sondern immer mindestens zu zweit. Oft wartet man nicht länger als zehn Minuten und lernt total liebe Leute kennen.

Genauso ist es beim Couchsurfen, das versuche ich so oft wie möglich zu nutzen. Vor allem in großen Städten spart man auf diese Weise locker 100 Euro an Übernachtungskosten. Noch wichtiger: Es gibt Waschmaschinen und WLAN gratis. Ein Träumchen! 😉

Aber auch hier gilt: Ich bin ein Schisser. Ich couchsurfe niemals allein. Denn tatsächlich bieten viel mehr Männer ihre Couch an als Frauen. Die meisten ohne Hintergedanken, ich habe aber auch schon andere Geschichten gehört und erlebt. Eine 19-Jährige Deutsche hat beispielsweise mehrere Nächte bei einem Mann übernachtet, er war Ende 40. Sie meinte, sie sei von ihm bedrängt worden und hat ihn beim couchsurfing service gemeldet.

Wir hatten gleichzeitig auch Kontakt zu diesem Host. Er konnte uns zwar keine Unterkunft anbieten, hatte aber ein Boot auf das er uns auf ein paar Bierchen eingeladen hat. Weil wir noch nichts davon wussten haben wir dankend angenommen. Doch wie sich im Laufe des Abends rausgestellt hat, hat die 19-Jährige nicht gelogen.

Um solchen Situationen zu entgehen couchsurfen wir immer mindestens zu zweit und haben die Absprache getroffen, dass wir sofort gehen sobald sich eine von uns unwohl fühlt. An diesem Abend waren wir sogar zu dritt und konnten daher schnell und ohne Probleme reagieren bevor irgendetwas meldbares passiert ist. Der Host ist mittlerweile als Couchsurfer gesperrt worden, denn auch die Macher hinter diesem Dienst nehmen solche Vorfälle sehr ernst.

Zum Glück machen wir zu 99 Prozent nur gute Erfahrungen mit dem Courchsurfen. 😉 Bei Dave und Luke in Townsville haben wir zwei Nächte bleiben dürfen: Samt Pool und Party. Auch bei John in Sydney haben wir viel Geld sparen können, denn er hat uns sogar vier Nächte aufgenommen. Wir waren mit ihm in Bars, haben Filme geschaut und Essen bestellt. Ganz anders als der Alltag in einem Hostel.

Auch in Melbourne sind wir bei tollen Leuten untergekommen. In einer WG im 24. Stock mitten in der Innenstadt. Unser Host hat uns die Stadt gezeigt und uns Sonntags mit zu Freunden zum BBQ genommen. Ich liebe es in den Alltag der Einheimischen einzutauchen und ein wenig von ihrem Leben vor Ort mitzubekommen. Das Pärchen hatte gerade ein Haus am Strand gekauft und war mitten in der Umbauphase. Ohne Klotür haben wir den Tag in dem halbfertigen Haus verbracht und waren mit dem Hund spazieren. Zur Abwechslung mal ein ganz normaler Alltag.

Apropos Klotür: Das ist übrigens der Blick vom Klo im 24. Stock in Melbourne! 😉 Das sind dann aber auch genug Einblicke in meine Privatsphäre für heute …

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