Rom: Können Hirne platzen?

Eigentlich sitze ich im Flugzeug am liebsten am Gang. Dann ärger ich mich zwar jedes Mal, dass ich nicht raus gucken und Fotos schießen kann – aber es ist mir einfach viel zu unangenehm ständig die Menschen neben mir fragen zu müssen, ob sie mal bitte aufstehen und mich raus lassen könnten … Sowas mag ich überhaupt nicht. Aber auf so einer Kurzstrecke wie in diesem Fall von Hamburg nach Rom hält sich mein Bewegungs- und Pipidrang Gott sei Dank noch in Grenzen! 😉 Deshalb hab ich mir dieses Mal einen Fensterplatz ausgesucht.

Als ich (natürlich mal wieder als Allerletzte) in den Flieger kam saß allerdings so ein süßes Mädel neben mir, dass ich ihr angeboten habe meinen Fensterplatz zu nehmen. Naiv wie ich war dachte ich, das heute sei ihr erster Flug.

Aber Kati ist, wie ich in den nächsten 110 Minuten erfahren sollte, schon viel rumgekommen: Auch dadurch, dass ihre Mutter aus China und ihr Vater aus Deutschland kommen.Die Reisereporterin in Rom 02

Für Kati haben in Niedersachsen gerade die Sommerferien angefangen. Vier der sechs Wochen wird sie mit ihrem 15-Jährigen älteren Bruder in Rom verbringen. Allerdings nicht um Urlaub zu machen – sondern um Latein zu lernen. Nein, ihr habt Euch nicht verlesen 🙂 Katis Mutter erzieht ihre Kinder so diszipliniert, wie sie es aus ihrer Heimat gewöhnt ist. Die beiden üben jeden Tag eine Stunde chinesisch und eine Stunde Klavier – auch sonntags. Und sie haben Spaß dabei! Das zu hören freut mich am meisten.Die Reisereporterin in Rom 01

Kati war so glücklich und aufgeregt über die Chance, mehr als die Hälfte ihrer Sommerferien auf einer italienischen Schule zu lernen, dass sie gar nicht mehr aufgehört hat Fragen zu stellen: Wie viele Menschen in Rom sprechen wohl noch Latein? Was isst man in Italien? Und warum hatten die Römer in meinem Lateinbuch immer nur so wenig Klamotten an?

Auf viele Ihrer Fragen hatte ich schlaue Antworten parat, auf einige allerdings auch nicht: Oder wisst Ihr aus dem Stehgreif bei wie viel g-Belastung das menschliche Hirn platzt, wie viele Gehirnzellen ein Mensch hat oder ob Piloten ihre coolen Sonnenbrillen von Ihrer Airline gestellt bekommen oder selbst kaufen müssen?

Katie hat in 110 Minuten auf (meinem) Sitz im Flieger 110 Gründe erfunden, warum unser Flugzeug garantiert abstürzt. Als der Vogel dann tatsächlich beim Landeanflug ordentlich durchgeschüttelt wurde, sah sie uns schon mit brennenden Triebwerken (und wahrscheinlich platzenden Gehirnen) Richtung Boden rasen (damit das klar ist: Sie möchte lieber ins Meer stürzen, denn dann kann sie wenigstens ins kalte Wasser flüchten wenn der Flieger brennt …).Die Reisereporterin in Rom 02

Glücklicherweise sind wir sicher in Rom gelandet. Und Katie ist schon traurig, sagt sie, dass ich auf ihrem Rückflug in vier Wochen nicht wieder neben ihr sitze! 🙂 Schön, wenn aus einer Sitznachbarin im Flugzeug eine echte Fliegerfreundschaft wird!

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