Streetart in Penang

Bevor es für mich nach Singapur geht, meinem letzten Stop in Asien, habe ich einen Abstecher nach George Town gemacht, die Hauptstadt der Insel Penang. Um dorthin zu kommen fährt man über die längste Brücke Südostasiens: Die „Penang-Bridge“ (im Hintergrund kann man sie erahnen).

Penang Bridge

Wir sind immer noch zu sechst unterwegs und haben zwei Euro mehr in unser Hostel investiert. Das hat sich gelohnt: Die Zimmer sind gemütlich, die Regen-Duschen der absolute Wahnsinn und im Aufenthaltsraum gibt es einen Kicker. Was will man mehr!? 😉

George Town

George Town ist wunderschön, eine Stadt im alten, britischen Kolonialstil. Gleichzeitig wirkt sie aber auch wie das asiatische Wolfsburg: Die Autostadt! Hier gibt es mehr Autos als Einwohner. Touristen, Einheimische und Rikschas teilen sich die engen Straßen. In die kleinen Seitengassen auszuweichen lohnt sich doppelt, denn: George Town gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Stadt ist bekannt für ihre multikulturellen Einwohner, das leckere Streetfood, die einmalige Straßenkunst und viele verschiedene Gotteshäuser. Hier leben Muslime, Christen und andere Gläubige friedlich miteinander. Daher hat George Town auch seinen Spitznamen „die Perle des Orients“.

Moschee Chulia

Schon morgens mit den ersten Sonnenstrahlen weckt dich der Muezzin mit seinem Gesang, den man in der ganzen Stadt hört. Fünf Mal am Tag ruft er die Muslime zum Gebet: Zum Sonnenaufgang um 05:47, tagsüber um 01:06 und 04:23 und abends um 07:05 und um 08:15 Uhr.

Eingehüllte Chulia

In der Moschee Chulia hat uns eine Mitarbeiterin spontan eine kleine Führung gegeben. Sie hat uns die ersten Zeilen aus dem Koran vorgesungen und übersetzt. Eine sehr spannende und intime Situation! Wir konnten ihr ohne Probleme auch kritische Fragen stellen. Ein Tourist wollte zum Beispiel wissen, warum muslimische Frauen immer vollständig verhüllt sein müssen. Sie meinte, der Koran sei das Wort Gottes, dem Folge zu leisten sei. Und da im Koran stehe, Frauen sollen sich verhüllen, tun sie das. Eine einfache und ehrliche Antwort.

Streetart Penang 1

Penang hat aber noch mehr zu bieten als seine unterschiedlichen Religionen: Bei einem Spaziergang durch die Stadt findet man an vielen Hauswänden ganz besondere Straßenkunst. Ernest Zacharevic aus Italien hat die meisten Kunstwerke für ein Festival im Jahr 2012 gemalt. Seitdem locken sie immer mehr Touristen an. Das Besondere: Er arbeitet echte Gegenstände in seine Malereien mit ein, wie zum Beispiel Motorräder, Stühle oder Schaukeln, mein persönliches Lieblingsmotiv.

Streetart Penang 2

Wer in George Town nicht an den vielen Straßenständen essen geht, ist selbst Schuld. Hier kann man sich an allen asiatischen Spezialitäten satt essen: Für umgerechnet 50 Cent bis maximal drei Euro. Ein Traum!

Streetfood Penang

Streetfood 2

Auf dem Rückweg ins Hostel haben wir am Abend dann spontan noch etwas sehr besonderes erleben dürfen: Uns kam ein riesiger Straßenzug entgegen. Zwischen den geschmückten Autos liefen weiß gekleidete Menschen, einige spielten auf Trommeln, andere verteilten Nüsse an uns Zuschauer.

Parade Penang 1

Die Einheimischen erzählten uns, dass morgen ein besonderer Tag sei: Der Geburtstag von Guanyin, der Göttin der Barmherzigkeit, des Glücks, des Friedens und der Fruchtbarkeit. Sie ist eine der am meisten verehrten Figuren im ostasiatischen Buddhismus. Ihr zu Ehren gibt es drei Mal im Jahr diesen Umzug und chinesische Theateraufführungen. Diesen Moment miterleben zu dürfen war einfach schön: Zu sehen, wie überwiegend chinesische Gläubige ihre Göttin verehren und am Straßenrand von Menschen anderen Glaubens angelächelt und unterstützt wurden.

Parade Penang 2

Wir brauchen definitiv mehr Orte auf dieser Welt, an denen Menschen mit unterschiedlichsten Glauben so friedlich miteinander leben wie in Penang.

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