Reisealltag: Glück happens!

Nachdem mein letzter Versuch zu trampen im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen ist, habe ich mir für meine nächsten Strecken Bustickets organisiert.

Ich bin zu alt für sowas! 😉

Und zugegeben auch mit genug Budget ausgestattet. Ich möchte nie wieder stundenlang im Regen am Straßenrand stehen und dabei zusehen, wie Menschen in völlig leeren Autos an mir vorbei fahren und mir lachend zuwinken … Dafür mache ich auch gerne einige Dollar locker.

Obwohl: Kostet das Busticket wirklich 20 Dollar für eine Strecke von 80 Kilometern? Ihr spinnt wohl!!

Dann trampe ich halt doch noch ein allerletztes Mal … 😉

Das Wetter war diesmal zum Glück besser und der richtige Highway fing auch direkt im Ort an. Perfekt! Oder?

Denkste.

Über eine Stunde lang sind Alica und ich ein weiteres Mal mit unserem gesamten Gepäck am Highway entlang gelaufen, sind immer wieder stehen geblieben und haben lieb gelächelt … Aber keiner hat angehalten.

Als zum großen, emotionalen Finale auch noch unser Bus, den wir nicht gebucht hatten, an uns vorbei gefahren ist wollten wir gerade aufgeben, als ein Auto neben uns stoppte. Endlich!

Das lange Warten hatte sich gelohnt. Denn wir wurden von zwei netten Jungspunden in unserem Alter mitgenommen: Travis aus Kanada und Robert aus Deutschland. Sie waren genau wie wir auf dem Weg in den Ort „Rotorua“ und hatten dort die selben touristischen Pläne wie wir.

Somit hatten wir nicht nur eine kostenlose Mitfahrgelegenheit abgestaubt, sondern auch eine super Zeit zu viert.

Glück happens! 😉

Während man auf der Südinsel Neuseelands vor allem schöne Seen und riesige Gletscher findet, ist der Norden eine faszinierende Vulkanlandschaft. Und Rotorua ist das Zentrum davon.

Hier befindet sich u.a. das Wai-O-Tapu Wonderland: Eine Region mit geothermischer Aktivität, in der man dicht beieinander Geysire, blubbernde Schlammtümpel, heiße und kalte Quellen und Krater findet, aus denen Schwefeldämpfe aufsteigen.

Wai-O-Tapu ist maori und bedeutet „heiliges Wasser“. Das Thermalgebiet ist vor etwa 160.000 Jahren entstanden. Ich finde es glaublich, dass wir da tatsächlich durch laufen können!

Besonders beeindruckend sind die Farben in dem Park – keines dieser Bilder ist in ihrer Intensität bearbeitet.

Fotos zu knipsen ist zwischen den vielen Quellen allerdings gar so einfach: Denn der dichte Schwefel-Dampf vernebelt einem nicht nur die Sicht, er stinkt auch gewaltig! 😉

Danach mussten wir vier Stinktiere erstmal ein Bad nehmen. Gelegenheit dazu gab es zum Glück direkt nebenan: In einem heißen, schwefligen Pool!

Das Wasser ist super: Ein einer Stelle total kalt, an einer anderen ziemlich heiß. Aber Obacht: Es folgt SchlauMeyers wohl wichtigster Reisetipp: 

Solltet ihr mal in die Gelegenheit kommen ein muckelig warmes Bad in einer Schwefelquelle zu nehmen: Geht unbedingt ohne euren Schmuck baden! Er verfärbt sich nämlich blau und lila.

Hätte ich damals in der Schule in Chemie besser aufgepasst, hätte mich das wahrscheinlich nicht überrascht. Dann hätte ich wohl auch gewusst, wie man diese Reaktion rückgängig macht.

Zuerst habe ich es mit Zitronensaft versucht: Das funktioniert aber nicht. Dann habe ich probiert mir einzubilden, in lila-blau sähe mein Schmuck einzigartig schön aus: Hat auch nicht geklappt.

Die Lösung hat mir zur Abwechslung mal nicht Google sondern ganz altmodisch mein Tourguide bei meiner Vulkanbesteigung verraten: Baking Soda. Eine hochkonzentrierte Form unseres Backpulvers. Einfach damit die Ringe abreiben und der Silberschmuck ist wie neu! 😉

Wieder etwas gelernt …

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