Tasmanien: Die vergessene Insel

Solltest du jemals überlegen ans andere Ende der Welt zu fliegen, vergiss den größten Staat Australiens bitte nicht. Viele Reisende lassen Tasmanien nämlich links liegen, dabei lohnt es sich so sehr!

Auch ich habe leider nur sechs Tage für diesen spontanen Abstecher frei schaufeln können, aber selbst in dieser kurzen Zeit eine Menge sehen können. Ein Highlight sind natürlich die Tiere, denen du teilweise nur in Australien begegnest. Über dir kreisen wilde Adler, es hüpfen Kängurus an dir vorbei, öfter siehst du aber die süßen Wombats und die kleineren Kängurus, die Wallabys. Koalas hatte ich schon am Festland gesehen und dem tasmanischen Teufel bin ich glücklicherweise nur im Wildzoo begegnet.

Neben der Tierwelt ist die Natur in Tasmanien natürlich das Beste. Zwei der insgesamt 19 Nationalparks lagen auf der Strecke, die ich abgefahren bin.

Maria Island war der imposanteste: Die Wanderwege rauben einem den Atem. Es geht durch Wälder und über Wiesen bei denen man denkt, Gott hätte einen Filter über diese intensiven Farben gelegt. Aus den Büschen beobachten dich alle paar Meter wilde Wallabys und hinter jedem Hügel liegt eine neue Überraschung. Zum Beispiel dieser wahnsinnige Ausblick an den Klippen hinunter auf die Bucht.

Auch die roten Sandsteinfelsen gehören zur Natur auf Maria Island. Etwas beeindruckenderes habe ich bisher nicht gesehen.

An meinem fünften Tag in Tasmanien wollte ich in den Freycinet Nationalpark, denn auch dort sollte es einen wahnsinnigen Ausblick geben: Auf einen der schönsten Strände der Welt, die Wineglass Bay. Allerdings hat mir das typisch tasmanische Wetter an diesem Tag einen Strich durch die Rechnung gemacht. Also musste ein Alternativplan her. Wie gut, dass man mit einem Leihwagen flexibel ist. Ich bin spontan in die nächste Stadt gefahren und habe am Abend, als das Wetter wieder besser war, eine Tour zu den Pinguinen mitgemacht. Ich bin ein riesen Fan von Pinguinen und hatte nicht damit gerechnet welche auf meiner Reise zu sehen (leben die nicht am Südpol??) 😉 Deshalb war dieser Abend besonders toll!

Die Pinguine auf Tasmanien legen jeden Tag eine Strecke von 36 km zurück um im Meer jagen zu gehen. Sie schwimmen dafür bis zu sechs Stunden am Tag. Abends kehren sie auf ihre Felsen zurück, wo Touristen wie ich auf sie warten. Entschuldigt bitte … Aber ihr seid einfach zu süß!!

Leider durfte man während der Tour keine Fotos machen, deswegen sind die Bilder im Undercover-Stil und nicht sehr scharf. Ich hatte Angst, dass mir der Lehrer das Handy weg nimmt! 😉

Am letzten Tag meines Tasmanien-Abstechers hat die Sonne mir noch einmal eine Chance gegeben. Und ich dem Freycinet Nationalpark. Und was soll ich sagen: Der morgendliche Hike zum Wachwerden hat sich gelohnt! Der Blick auf die angekündigte Wineglass Bay war wirklich unfassbar schön.

Ich erinner mich in solchen Momenten immer selbst daran, nach dem Fototermin mindestens fünf Minuten sitzen zu bleiben und den Ausblick ohne Handy zu genießen. Das vergisst man in der heutigen Zeit leider viel zu oft.

Mein eigentliches Top-Hammer-Highlight auf Tasmanien war aber weder ein Tier noch ein Wunder der Natur. Sondern diese deutsche Bäckerei, die ich durch Zufall in einer Seitenstraße entdeckt habe. Endlich!! Nach drei langen Monaten gab es alles, was das gute deutsche Herz begehrt: Frisches Brot, Brötchen (Rosinen, Käse, Körner, …) Brezel, Laugenstange, Mandelhörnchen, … Wie man sich vorstellen kann habe ich dort mein komplettes Reisebudget für meinen nächsten Stop Neuseeland ausgegeben. Ich muss jetzt leider nach Hause fliegen. 😉

Nein, ganz so eskaliert ist die Situation dann doch nicht. Aber in solchen Momenten weiß man wieder, was man hat daheim … In diesem Sinne: Genießt jedes Brötchen, jede Semmel und jede Schrippe. 😉

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