Per Anhalter durch Neuseeland reisen

Warnhinweis:

Dieser Artikel ist für Mütter nicht geeignet.

 

Die Südinsel Neuseelands konnte ich noch mit einem eigenen Auto bereisen – ein absoluter Luxus. Nis hatte sich auf meinen Post in einer Facebook-Gruppe gemeldet, in dem ich einen Travel-Buddy mit Auto gesucht hatte. Für die Nordinsel habe ich jetzt aber einen neuen Plan gebraucht, denn der liebe Nis und sein Auto bleiben leider im Süden.

Da es sich nicht lohnt für meinen kurzen Aufenthalt ein Auto zu kaufen und eines zu mieten viel zu teuer ist, haben Alica und ich uns für einen anderen Weg entschieden: Das Hitchhiken.

Per Anhalter zu reisen hat immer noch einen sehr negativen Ruf, soll in Neuseeland aber ziemlich einfach und sicher sein. Deshalb haben auch wir es ausprobiert: Natürlich immer zu zweit und immer mit dem nötigen Respekt vor allem, was passieren kann.

Als erstes haben wir uns unsere letzte Strecke auf der Südinsel vorgenommen: 115 Kilometer von Nelson nach Blenheim.

Wir haben uns einen Platz stadtauswärts an der Hauptstraße gesucht, unser Gepäck für alle sichtbar hingestellt, die Weihnachtsmütze und unser bestes Lächeln aufgesetzt und los ging’s.

Die ersten Autofahrer haben uns einfach nur zugewunken. Oder haben sie Zeichen gemacht? Okay, sie haben eher wirre Zeichen gemacht, die wir nicht zuordnen konnten. Sie wollten uns sagen, dass unsere Chancen 200 Meter weiter deutlich besser sind. Ja dann sagt das doch! 😉

Tatsächlich dauerte es dort keine zehn Minuten bis Dave, ein Einheimischer, mit seinem Pick-Up angehalten hat. Er konnte uns die ersten 50 Kilometer bis in sein Heimatdorf Rai Valley mitnehmen. Perfekt! 😉 Dave ist Farmer und hat mehrere Hunde, deren Geruch wir und unsere Backpacks aus Solidarität gleich mal angenommen haben. Hauptberuflich fällt er Bäume und verkauft das Holz nach China, wo es zu Möbeln weiter verarbeitet wird. Ein ziemlich gefährlicher aber auch interessanter Job.

Angekommen in Rai Valley hatten wir kaum den Daumen raus gestreckt, da hielt auch schon eine Frau an. Sie wollte uns die nächsten 30 Kilometer mitnehmen, stoppte aber bereits nach fünf Minuten wieder und setzte uns ohne Grund ab. Danke – für gar nichts.

An dieser völlig unmöglichen Ecke rettete uns James. Ein Engländer in unserem Alter, der nach seinem ersten Job hier in Neuseeland hängen geblieben ist. Er schlägt sich mit vier Jobs durch und hat ordentlich Spaß dabei. Well done! 😉 Mit ihm schafften wir dann doch noch die nächsten 30 Kilometer bis nach Havelock.

Dort warteten wir etwas länger, doch nach etwa 20 Minuten hielt wieder ein Pick-Up an. Diesmal lernten wir einen Einwanderer aus Südafrika kennen, der als Wassertester in Neuseeland arbeitet. Die Jobs hier unterscheiden sich doch sehr von denen bei uns in Europa. 😉

Mit ihm haben wir die letzten 40 Kilometer bis zu unserem Ziel Blenheim zurückgelegt.

Fazit: Eine irre Frau, drei nette Bekanntschaften und gratis „Hitchhike-hoppen“ bis nach Blenheim. Feuertaufe bestanden! 😉

Bei schlechtem Wetter ist diese schön günstige Reisemethode übrigens nicht zu empfehlen.

Unser nächster Tramp-Versuch endete damit, dass wir völlig durchnässt eineinhalb Stunden an der Straße standen und alle Autofahrer grinsend an uns vorbeigefahren sind.

Ganz ehrlich?

Ich würde es genauso machen! 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.