Das Leben in Kambodscha

+++ Good News +++

Wenn man den Teller nicht leer isst wird das Wetter gar nicht schlecht! Hier in Asien bringen Eltern ihre Kids mit ganz anderen Prophezeiungen zum Essen …

Heute habe ich Gen Ki Kun kennengelernt. Er ist 20 Jahre alt und arbeitet neben seinem Studium in dem Hostel, das ich gebucht habe. Übrigens ein genialer Ort: Mit Rooftop-Pool und top Verpflegung. Von Gen Ki Kun hab ich heute viel über Kambodscha gelernt.

Er hat sich selbst den Spitznamen George gegeben, weil wir Ausländer seinen eigentlichen Namen nie verstehen! 😉 Sein Englischlehrer in der Schule war US-Amerikaner und hat seiner Klasse den Film „George, der aus dem Dschungel kam“ gezeigt. Und weil Gen der Hauptfigur ziemlich ähnlich ist, nennt er sich seitdem so.

George Eltern haben George mitten auf dem Land in Kambodscha groß gezogen. Sein Vater ist Fischer und hat ihn schon als kleinen Jungen zum Fischen mitgenommen. Seit er acht Jahre alt war ist er die 25 Kilometer bis zum Fluss zu Fuß gelaufen. Heute als Erwachsener hat George deshalb eine ziemlich gute Ausdauer! 😉 Am liebsten würde er damit Profi-Fußballer werden „wie Shinji Kagawa“, meinte er und hat sich gefreut, dass ich den kenne. Klar, ein Dortmunder Jung … 😉

Wir haben beim Essen zusammen gesessen, als dieses tolle Gespräch zustande kam. George hat mit erzählt, dass die Menschen in Kambodscha bei Sonnenaufgang zwischen 6:00 und 6:30 Uhr anfangen zu arbeiten. Mittags gegen 12 Uhr treffen sie sich zu Hause zum Essen und machen danach einen Mittagsschlaf. Danach gehen sie noch mal von ca. 14 bis 18 Uhr arbeiten. Abends wird immer in großer Runde zusammen gegessen. Klingt nach einem gesunden Tagesrhythmus finde ich. Davon könnten wir uns in Deutschland eine Scheibe abschneiden.

Diesen typischen Lifestyle in Kambodscha versucht George uns Touristen bei seiner Arbeit im Hostel näherzubringen. Deshalb ist das gemeinsame Abendessen der Mitarbeiter eine offene Runde, an der jeder teilnehmen kann. Ich hatte Glück: Heute wurde das Traditionsgericht Kambodschas gekocht und gegessen: Reis mit Amok und Morning Glory.

What?? 😉

Reis ist soweit klar. Amok ist ein Gemisch aus Fisch, frischer Kokosmilch und Currypaste. Sehr wild, daher auch der Name, aber unglaublich lecker. Und Morning Glory sieht im ersten Moment aus wie grüne Bohnen, ist aber Wasser-Spinat. Also frischer Spinat, der im Ganzen mit Stiel und Blättern gedünstet wird.

Beim gemeinsamen Essen haben wir natürlich viel gequatscht und gelacht. George hat mir daraufhin erzählt, dass bei ihm zu Hause nicht geredet werden darf während des Essens. Außerdem dürfen sie keine Geräusche mit dem Besteck auf dem Teller machen. Wir haben das mal versucht – aber das ist kaum möglich. 😉 Diese Regeln sind aber nicht typisch für Kambodscha, meinte George. Sie kommen von seinem Vater. Ein anderer Hostelgast fragte daraufhin, ob sein Vater aus Nordkorea kommt … Ja, auch in dieser Gegend darf man Witze über Kim Jong Un machen! 😉

Nachdem George seinen dritten voll bepackten Teller (leise) leer gegessen hatte, hab ich aus Scherz gesagt, dass das Wetter morgen auf jeden Fall gut wird. Ich hab gar nicht darüber nachgedacht, dass man dieses Sprichwort außerhalb meiner Heimat evtl. gar nicht kennt … Anhand der fragenden Blicke habe ich das dann aber schnell verstanden. 😉 Eltern in Asien bringen ihren Kindern aber trotzdem bei alles aufzuessen. Mit der Floskel: „Wenn du jetzt den Teller leer isst, heiratest du mal eine ganz hübsche Frau bzw. einen ganz hübschen Mann“. Da merkt man mal wieder: Familie spielt hier in Asien doch eine größere Rolle als bei uns. Während wir uns um das Wetter sorgen, kümmert man sich hier um den Nachwuchs. 😉

Was für ein besonderer Abend mit tollen Menschen, spannenden Geschichten und unvergesslichen Momenten!

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