Reisealltag: Ich bin der Lord of the challenges

Vielen Dank an den Autor dieser Aufgabe: Ich musste einen Tag lang zu allem JA sagen. Zur Freude dieser komischen Skulptur hinter mir und meiner beiden Travelmates in Neuseeland: Alica und Nis.

Wir waren gerade mit dem Auto auf der Südinsel unterwegs, als ich den Zettel gezogen habe. Natürlich fragte Nis sofort: „Möchtest du diesmal den Tank bezahlen?“

JA natürlich, nichts lieber als das.

Danach musste ich Alica und Nis erstmal davon überzeugen, dass alles, was mit Geld zu tun hat, bei dieser wahnsinnigen Aufgabe echt unfair ist. Sie haben sich zum Glück darauf eingelassen – perfekt! 😉

Kaum am Rastplatz angekommen gab’s aber auch schon die nächste Aufgabe: „Möchtest du heute für uns kochen?“

Ja sicher, kein Problem!

Das war für Alica und Nis sehr bequem, für mich aber nicht wirklich ungewöhnlich. Ich werde hier nämlich liebevoll „Mutti“ oder „Omma“ genannt, weil ich den Altersdurchschnitt meist um gute 10 Jahre anhebe. Da ich auch am Herd die meiste Erfahrung mitbringe, bin ich oft sowieso diejenige, die kocht. Einen Unterschied gab es dann aber doch noch: Heute war ich auch diejenige, die zusätzlich abwaschen musste.

Apropos abwaschen – diese Aufgabe hat Nis noch auf die wundervolle Idee gebracht, sein Auto putzen zu lassen: „Möchtest du den Großputz übernehmen bevor ich mein Auto weiter verkaufe?“

Na klar möchte ich das!

Okay, das hat wirklich Spaß gemacht …

Deutlich weniger angenehm wurde es am Abend im Hostel. Alica und ich reisen nun schon lange genug zusammen um zu wissen, was der andere nicht besonders gern mag. In meine Top Ten gehört definitiv der Film „Der Herr der Ringe“ und übrigens auch alle anderen unrealistischen so genannten Fantasyfilme mit Lichtschwertern oder Superhelden.

Ich habe noch keinen Herr der Ringe Film gesehen und ich werde auch keine 50 Dollar ausgeben um mir in Neuseeland echte, kleine Hobbithäuschen anzusehen.

Mit dieser Meinung stehe ich allerdings meist ziemlich alleine da und kassiere auch immer wieder böse, unverständliche Blicke – vor allem hier in Neuseeland. Das sollte sich jetzt ändern, denn Alica fragte mich abends: „Willst du mit uns den ersten Herr der Ringe Film angucken?“

Juhu, ja! Ich flippe vor Freude aus.

Das waren qualvolle Stunden … Aber nicht nur für mich, sondern auch für alle, die mit uns in dem Fernsehzimmer saßen. Ich hatte nämlich so einige Fragen:

Warum hebt Frodo alles auf, was auf dem Boden liegt?

Warum muss ausgerechnet der größte Tollpatsch den Ring an sich nehmen und ständig hinfallen?

Woher kommt auf einmal der Quoten-Schönling Legolas?

Welche Blondierung benutzt er?

Wie kann Gandalf in seinem Alter noch so schnell rennen?

Woher kommt der Riesenvogel, der Gandalf plötzlich rettet?

Warum züchtet der Böse Saruman Supermonster in Bäumen, die dann beim Kämpfen sofort tot umfallen?

Warum klingt die Titelmusik wie die von „Titanic“?

Braucht Peter Jackson psychologische Hilfe oder geht’s dem gut?

Ach, ich könnte ewig so weiter machen … 😉

Aber:

Ich habe es tatsächlich geschafft und den kompletten ersten Teil überstanden. Dabei geholfen hat mir die Tatsache, dass wir den Film in Videoqualität auf einem alten Röhrenfernseher gesehen haben. Throwback Thursday – ein riesen Spaß für die ganze Familie! 😉

Die VHS Kassette musste erstmal rund eine halbe Stunde zurück gespult werden bevor wir den Film starten konnten. Alles flackerte und der Film war letztendlich in schwarz-weiß. 😀 Alle Versuche die Farbe einzustellen blieben ohne Erfolg. Was mich zu der Frage geführt hat, warum man den Film aufwendig in Neuseeland dreht, wenn in der Postproduktion später eh die Farbe raus genommen wird? Es wird mir immer ein Rätsel bleiben.

Einen Tag lang zu allem JA sagen: Aufgabe geschafft! 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.