Hallo Neuseeland!

Deshalb habe ich mir Neuseeland als Finale meiner kleinen Weltreise ausgesucht. Mehr Schafe als Einwohner? Das ist mein Land!! ­čśë

Schon der Anflug auf Queenstown war ein Erlebnis. Einen Tag fr├╝her konnten dort keine Flieger landen, weil es viel zu windig war. Alle Maschinen wurden umgeleitet und die Passagiere mussten Bus fahren.

Wir haben zwar die Landeerlaubnis bekommen – so heftige Turbulenzen habe ich allerdings noch nie erlebt. W├Ąhrend der Pilot das gro├če Flugzeug wie einen Segelflieger durch die Berge man├Âvriert hat, haben sich alle um mich herum an den Sitzen festgekrallt. Die Luftl├Âcher f├╝hlten sich an wie in einer Achterbahn. Ich hing am Fenster, habe versucht m├Âglichst gute Bilder zu schie├čen ohne mein Handy zu verlieren und dabei st├Ąndig „Oh my god, oh my god“ gefl├╝stert. Mein Sitznachbar hat mich daraufhin ganz besorgt gefragt, ob ich Flugangst h├Ątte. Nein … Ich meinte diesen unfassbaren Ausblick:

Neuseeland steht an erster Stelle in meiner Must-See-Liste. Jeder, der die Natur liebt, sollte mindestens einmal hier gewesen sein. Mit dem Camper l├Ąsst sich das Land am besten bereisen. Wir sind zu dritt in einem normalen Auto mit Zelten unterwegs, auch das funktioniert.

Wir starten auf der S├╝dinsel, die vor wenigen Wochen in der N├Ąhe von Christchurch wieder mal von einem schweren Erdbeben getroffen wurde. Weil die Aufr├Ąumarbeiten immer noch laufen und viele Stra├čen gesperrt sind, lassen wir die Menschen dort ihre Arbeit machen und verzichten auf gro├če Teile der Ostk├╝ste.

Stattdessen haben wir unseren Roadtrip ganz im S├╝den begonnen: In Queenstown. Einer kleinen, sehr gem├╝tlichen Stadt, in der es alles gibt: Tolle Ausblicke und Tracks, Einkaufsl├Ąden und Bars.

Von Queenstown aus haben wir einen Abstecher nach Dunedin gemacht. Denn ich hatte bei Galileo mal einen Beitrag ├╝ber die steilste Stra├če der Welt gesehen: Da wollte ich unbedingt hin. Well done, Galileo. Ziel des Beitrags erreicht! ­čśë

Wie versprochen hat sich der Abstecher auch gelohnt. Die Stra├če ist so steil, dass man sich nicht mal r├╝ckw├Ąrts f├╝r ein Foto hinsetzen kann. Die Bewohner und der Brieftr├Ąger laufen hier tats├Ąchlich t├Ąglich hoch – allerdings schummeln sie. Es gibt n├Ąmlich Stufen neben der Stra├če.

Wir haben es ganz nach oben geschafft, unsere alte Klapperkiste wollten wir dann aber doch lieber nicht diese steile Stra├če hochjagen. ­čśë

Neuseeland hei├čt vor allem: Wandern. An steilen Klippen, durch Regenw├Ąlder oder auf Gletschern. Das h├Ątte man mir allerdings auch mal fr├╝her sagen k├Ânnen …

Ich habe nat├╝rlich weder Wanderschuhe noch eine Trekking-Hose eingepackt. Und Ski-Unterw├Ąsche f├╝r einen Gletscher schon mal gar nicht! Ich dachte hier sei Sommer … ­čśë Gott sei Dank gibt es auch am anderen Ende der Welt Rabatte vor Weihnachten und Kathmandu hat ordentlich an uns verdient …

Zwischen Bergen auf deren Spitzen noch Schneereste liegen, B├Ąchen und lila bl├╝henden Blumen haben wir dann zum ersten Mal unsere Zelte aufgebaut. Und ich habe mich gefragt: Warum macht man das eigentlich nicht ├Âfter? Ich glaube ich war f├╝nf als ich zuletzt zelten war. Die Antwort darauf wusste ich sp├Ątestens am n├Ąchsten Tag – aber dazu gleich mehr …

Es gab zuerst ein kleines Problem: Wer keine Wanderhose eingepackt hat, hat meistens auch kein Zelt dabei …

Ich muss zu meiner Verteidigung sagen: Normalerweise plant man so einen Roadtrip wie ich ihn gerade mache vorher bis ins kleinste Detail. Man bucht sich einen Camper und besorgt sich alle Utensilien und Klamotten. Meine Reise ist dagegen seit Beginn ziemlich improvisiert: Deshalb hatte ich in Neuseeland weder Zelt, noch Isomatte oder Schlafsack. Nat├╝rlich auch kein professionelles Camping-Besteck oder einen Gaskocher. Gl├╝cklicherweise gibt es erstens unseren neuen Travelmate: Nis. (Seine Eltern haben das L in seinem Namen vergessen, glaube ich.) Er reist schon seit einigen Monaten durch Neuseeland und nimmt uns in seinem Auto mit. Er war schon gut ausgestattet mit Kocher, T├Âpfen und Co. Den Rest haben Alica und ich uns f├╝r rund 50 Dollar im riesigen, backpacker-freundlichen Billigkaufhaus geholt. Da gibt es einfach alles! ­čśë

Bestens ausgestattet stand der ersten Camping-Nacht also nichts mehr im Wege. Auch die Handgriffe beim Zelt-Aufbauen sa├čen noch perfekt. Wir haben zwar feststellen m├╝ssen, dass das Billigzelt nicht so wasserdicht ist wie es auf der Packung verspricht, aber „f├╝r f├╝nf Wochen geht das schon“. Alte Backpacker-Weisheit. ­čśë

W├Ąhrend die erste Nacht im Zelt trotz Regen gem├╝tlich und warm war, sind wir in der zweiten Nacht einige hundert Kilometer westlicher fast erfroren. Der zweite Campingplatz war auch nicht so gut ausgestattet wie der erste, kostenlose (!). Dort gab es immerhin richtige Toiletten und flie├čend Wasser. In der zweiten Nacht hatten wir nur ein Dixie-Klo und einen Bach: F├╝r 13 Dollar pro Person. Nach zwei Tagen ohne flie├čendem Wasser, warmer Dusche und gem├╝tlicher Matratze wei├č ich wieder, warum ich in den letzten zw├Âlf Jahren nicht campen war! ­čśë

Heute Nacht gibt es erstmal wieder ein Bett und eine hei├če Dusche im Hostel. To be continued …

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