Reisen und Burnout: Passt das zusammen?

Nach einem Monat auf Reisen ist es Zeit ein erstes Resümee zu ziehen.

Keine Frage: Die Art und Weise, wie ich derzeit unterwegs bin, würde mir mein Arzt wahrscheinlich nicht verschreiben. Backpacking ist ziemlich anstrengend. Um das Reisen trotzdem genießen zu können braucht es eine gesunde Psyche und Fitness. Hier merke ich, dass ich oft schneller an meine Grenzen komme als andere. Aber das ist in Ordnung. Denn diese Reise ist für mich auch Teil der Reise zurück zu mir selbst.

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Wer schon mal mit Überforderung oder Burnout zu tun hatte weiß: Wieder ganz gesund zu werden braucht Zeit und Geduld. Letzteres habe ich leider überhaupt nicht! 😉

Ich bin mittlerweile vier Wochen unterwegs und merke: Der Abstand tut gut. Die vielen neuen Eindrücke und Herausforderungen lenken mich ab. Ich beginne tatsächlich viele der ziemlich schlechten Momente aus dem vergangenen Jahr zu vergessen.

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Äußerlich bin ich schon wieder fast die Alte: Ich habe wieder mehr Energie, bin motiviert und fitter als in den letzten Monaten. Ich unternehme wieder gerne etwas und trinke sogar ab und zu wieder ein Glas Alkohol, allerdings immer noch nicht viel. Denn während meines Burnouts habe ich komplett auf Alkohol verzichtet. Freunde haben mich oft nach dem Grund gefragt: Während eines Burnouts fühlt sich jeder Tag an wie der Morgen nach einer durchzechten Nacht. Du bist müde und schlecht gelaunt, dir ist schlecht und du möchtest am liebsten nie wieder aufstehen. Dieser Dauerzustand muss durch Alkohol nicht noch verstärkt werden. 😉

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Auch innerlich geht es mir immer besser. Das Reisen ist für mich ein wichtiger Schritt: Ich beweise mir jeden Tag aufs Neue, dass ich immer noch die Kraft habe, alle Situationen alleine zu meistern. Dass ich die Energie habe, jeden Tag tolle Unternehmungen zu machen. Und dass ich die Lebensfreude habe, diese Dinge auch wieder zu genießen.

Und ich bemerke die Fortschritte: Während meines Burnouts hatte ich vor allem mit Übelkeit und Depressionen zu kämpfen. Alle, die mich in dieser Zeit begleitet haben, werden sich (ungern) daran zurück erinnern. Seit meinem Abflug vor vier Wochen ist mir zwar immer noch hin und wieder schlecht, aber ausschließlich vom asiatischen Essen! 😉

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Wie man nach einem Burnout am Besten zurück in den Alltag findet, muss jeder für sich selbst herausfinden. Für mich ist diese Reise der beste Weg. Ich habe meinen Trip auch bewusst länger geplant, als ich es mir selbst zutraue. Denn ich will über meine Grenzen hinaus gehen. Und das sieht bei mir anders aus als bei den meisten Reisenden, die mit dem Wort Grenzerfahrung einen Bungeesprung oder fünf Runden Bier-Pong verbinden. 😉 Für mich heißt das: Sechs Monate von zu Hause weg zu sein, auch Weihnachten und Silvester in der Ferne zu verbringen, durchhalten und wieder lernen zu leben und zu genießen.

Was danach kommt wird sich zeigen.

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