Warum die Vögel singen

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Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen einem Skydive und einem Paraglide? Nein, oder? Davon war ich bisher jedenfalls überzeugt.

Deshalb bin ich auch fest davon ausgegangen, dass ich Anlauf nehme und mit einem hübschen Mann hinter mir mit einem großen, bunten Schirm von einem Berg ins Tal gleite, als ich meinen Skydive gebucht habe. Keiner hat mir gesagt, dass ich aus einem Flugzeug springen muss!!

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Aufregung kurz vor meinem Skydive aus fast 4000 Metern Höhe

Das wurde mir tatsächlich erst zwei Tage nach meiner Buchung klar, als wir in unserer Couchsurfing-WG in Melbourne darüber gesprochen haben.

Immerhin, den hübschen Mann habe ich bekommen: Anthony aus Namibia. Er spricht vier Sprachen fließend, unter anderem deutsch. Awesome! Den großen, bunten Schirm gab’s auch: Einen schwarz-gelben. Heja BVB, wie passend! 😉

Mein Skydive-Partner: Anthony aus Namibia

Mit zehn anderen Springern haben Anthony und ich uns in den kleinen Segelflieger gequetscht. Das ist ganz praktisch, denn nach zehn Minuten in dieser Enge springst du freiwillig raus! 😉 Nach einer Ewigkeit in dem Flugzeug sagte Anthony zu mir: „Now it’s half the way.“ What the fuck? Wie hoch sollte das denn noch werden? 12.000 Feet um genau zu sein. Das sind etwa 3660 Meter.

Bestes Wetter für einen Skydive in Wanaka Neuseeland

Oben angekommen geht dann alles ziemlich schnell: Die Tür öffnet sich und die ersten purzeln schon aus dem Flieger. Der Moment wenn man selber dann an der offenen Klappe sitzt ist dann trotzdem sehr beängstigend, obwohl man unbedingt raus möchte.

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Der Moment vor dem Sprung aus 3.660 Metern

Ich hing bereits halb aus dem Flieger, während Anthony uns noch gehalten hat. In meinen Kopf haben sich zwei Gedanken abgewechselt: „Ich will jetzt springen!“ und „Wer ist bitte so dumm und springt aus einem funktionstüchtigen Flugzeug?“

Ich bin es scheinbar.

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Frei wie ein Vogel über der Südinsel Neuseelands

Es hat keine Sekunde gedauert, da hatte Anthony schon los gelassen und wir fielen runter. 

In den ersten 45 Sekunden im freien Fall schafft man bis zu 60 Meter in der Sekunde. Nicht mal das Schreien funktioniert da mehr. Dieses rasende Tempo habe ich nicht nur gemerkt, weil ich die Fähigkeit zu Schreien verloren hatte … auch meine Ohren kamen mit dem Druckausgleich gar nicht hinterher (Bitte nicht schon wieder kaputte Ohren!).

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Im Freefall: Skydive in Wanaka

Der Freefall war absolut genial! Für solche Erlebnisse haben die Amis ihr Allzweckwort „awesome“ erfunden. 

Es ging allerdings alles so schnell! Plötzlich ging schon der Fallschirm auf und der Flug wurde langsamer und bequemer.

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Flaches Land, Seen und Berge: Neuseeland von oben

Anthony ging bereits in dem Moment mit mir die Position für die Landung durch und ich brüllte ihn an: „Nein! Noch nicht landen!“

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Unbeschreiblich: Ein Skydive über Neuseeland

Neuseeland von oben zu sehen ist der absolute Wahnsinn, es gibt nichts vergleichbares. Mit Blick auf die Berge und Gletscher, die noch mit Schnee bedeckt sind. Wir sind über einen Nationalpark und zwei Seen hinweg geflogen – ein super Erlebnis! Während wir zurück Richtung Boden segelten und ich nicht aufhören konnte zu grinsen sagte Anthony zu mir: „Weißt du jetzt warum die Vögel singen?“

Ja.

Irgendwann mussten wir dann leider doch landen und Anthony drehte noch ein paar Schrauben, um meinem Magen den letzten Kick zu geben.

Zurück am Boden gab es natürlich nur einen Satz: „Can we do it again?“ 😉

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Thumbs up!

He can. Ich nicht. 

Denn während ich auf mein Videomaterial gewartet habe, saß Anthony schon wieder mit der nächsten Gruppe im Flieger. Er springt sieben bis neun mal am Tag und wird dafür auch noch bezahlt. 

Ich dagegen war nach diesen fünf Minuten pleite. Aber glücklich! Ich denke, ich habe meinen nächsten Traumjob gefunden! 😉

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