Reisealltag: Warum ich Urlaub vom Urlaub brauche

“Wie geil! Du bist sechs Monate im Urlaub!”

So reagieren viele wenn sie hören was ich so treibe. Allerdings hat das Rucksackreisen nicht viel mit Urlaub zu tun. So empfinden übrigens auch andere Backpacker, ich bin keine Memme! 😉

Aber was stresst einen dabei eigentlich so?

Das hab ich mich in den letzten Tagen gefragt, nachdem mein Körper mir signalisiert hat: Fahr mal einen Gang zurück!!

1.Die Zeit

Die Zeit

Ich habe festgestellt: Beim Reisen ist Zeit noch kostbarer als Geld. Lieber verschwende ich ein paar Euro als einen einzigen Tag. Deshalb habe ich von Anfang an ordentlich Gas gegeben: Ich bin in 25 Tagen durch 11 Städte in zwei verschiedenen Ländern gereist. Eine ordentliche Strecke, das kostet Kraft.

2.Die Eindrücke

Die Eindrücke

Das Klima, die Menschen, die Kultur, die Gewohnheiten … Alles ist anders. Ich sammle jeden Tag so viele neue Eindrücke, die ich gar nicht alle verarbeiten kann. Diesen Blog zu schreiben hilft mir dabei sehr! 😉

3.Das Geld

Das Geld

Euro, US-Dollar, Thailändische Baht, Riehl aus Kambodscha … In meinem Portemonnaie tummeln sich schon jetzt vier verschiedene Währungen. Ich zahle täglich alles in bar: Die Fahrten, das Essen, die Unterkünfte und meine Unternehmungen. Dabei habe ich das Gefühl, jeden Tag mindestens mein halbes Budget für die komplette Reise auf den Kopf zu hauen. Ich führe Buch über meine Ausgaben. Allerdings stimmt die Kasse bei meinen Mathe Kenntnissen am Ende des Tages sowieso nie. 😉 Es ist für mich schwierig für ein halbes Jahr zu kalkulieren, wann ich mir etwas gönnen kann und wann ich sparen sollte.

4.Die Fahrten

Die Fahrten

Es ist immer wieder erstaunlich wie k.o. man nach einer Busfahrt ist, obwohl man sich gar nicht bewegt hat. Schon mehrfach bin ich acht, zehn oder zwölf Stunden Bus gefahren, mit Grenzübergängen und gefährlichen Überholmanövern. Das schlaucht ganz schön.

5.Das Alleinsein

Das Alleinsein

Meine Entscheidung, allein auf Weltreise zu gehen, bereue ich nicht. Es ist eine wahnsinnige Erfahrung, die ich unbedingt machen wollte. Und es gibt mir Flexibilität, die ich sonst nie hätte. Aber es ist auch immer wieder anstrengend, sich z.B. die Händler und Taxifahrer vom Leib zu halten. Auch Grenzübergänge sind alleine unangenehm. Manchmal wünsche ich mir die Verantwortung auch mal abgeben zu können. Und manche Momente sind so schön, dass man sie gerne teilen möchte.

6.Das Kontakte knüpfen

ChiangMai0e

Leute, mit denen man Momente teilen kann, gibt es genug. Aber meist sind diese Begegnungen leider so kurz, dass es nicht über einen Smalltalk hinaus geht: “Hey ich bin Julia aus Deutschland, ich hab meinen Job gekündigt und reise jetzt durch Südostasien. Und wer bist du?” …

Im Moment sind auch sehr viele Paare und Gruppen unterwegs. Dann ist es schwerer Anschluss zu finden. Auch bei gebuchten Touren mit bis zu 20 Personen bin ich oft die einzige Alleinreisende. Aber dann gibt es wieder diese Tage, an denen du Gleichgesinnte triffst, die dir sonst wahrscheinlich nie im Leben begegnet wären. Ich bin sehr dankbar für diese Begegnungen und freue mich über jeden Tag, den andere Backpacker für mich noch besonderer gemacht haben.

7.Das Essen

Das Essen

Das Foto zeigt mich beim ersten Frühstück nach meiner ersten Magenverstimmung. Hat geklappt! 😉

Thai Essen ist absolut lecker. Aber die Menschen hier haben eine andere Auffassung von Hygiene als wir Europäer. Nach knapp vier Wochen kann ich auch keinen Reis mehr sehen. Ich wünsche mir nichts sehnlicher als eine dicke Scheibe frisch gebackenes Brot …

Übrigens: Vor meiner Reise habe ich mich darauf gefreut ein halbes Jahr lang nicht selbst kochen zu müssen. Jetzt würde ich gerne die Reste von gestern aus der Tupperdose im Kühlschrank futtern! 😉 Wie anstrengend es ist sich mehrmals täglich um Essen von außerhalb zu kümmern, habe ich unterschätzt.

Urlaub

Völlig klar: Alles, was ich hier schreibe, ist Jammern auf einem ganz, ganz hohen Niveau. Aber es ist auch der Grund, warum ich mir jetzt zehn Tage Urlaub in meiner Auszeit gönne! 😉

4 Kommentare

  1. Laura
    27. September 2016 / 20:23

    Lass dich zumindest einen Tag verwöhnen!?
    Sonne,Strand und Meer,etwas Ruhe,keine Busse oder Züge! Das hast du dir verdient ? Liebe Grüße aus Wilhelmshaven ?

    PS: Tolle Bilder und super Texte in deinem Blog ??

    • Julia Meyer
      Autor
      28. September 2016 / 3:57

      Vielen lieben Dank 😉
      Das mach ich auf jeden Fall!!

  2. Anja
    28. September 2016 / 15:35

    Reisen kann absolut anstrengend sein 🙂 also unbedingt erstmal richtig relaxen 🙂 Grüüüße

    • Julia Meyer
      Autor
      30. September 2016 / 5:03

      😉 Das mache ich gerade. Liebste Grüße ins Wiesn-München!

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