Abel Tasman Nationalpark

Ähm nein. Ist es bisher eigentlich nicht gewesen. Meine Mädels in München mussten einige schwere Tage mit mir durchmachen, als sie mir das Wandern in Bayern schmackhaft machen wollten. Aber es freut euch vielleicht zu lesen, dass ich mich auf meiner Reise noch zu einer richtigen Naturbürschin entwickel! 😉

Es geht hier aber auch gar nicht anders. Neuseeland ist Natur pur: Seen, Berge, Vulkane, Gletscher, Meer, … Wenn du etwas vom Land sehen willst musst du früher oder später auf einen Berg steigen. 😉

Die Aussicht belohnt einen dafür immer: Auf dem höchsten Berg Neuseelands, dem Mount Cook, haben wir sogar Eisberge im Wasser treiben sehen. Eine völlig unrealistische Situation.

Auch Weihnachten habe ich in diesem Jahr in der Natur verbracht: Gemeinsam mit meinen beiden Travelmates Alica und Nis war ich zwei Tage lang im Abel Tasman Nationalpark wandern.

(Achtung: Ironie!)

Laufen mit Gepäck, das macht ja noch viel mehr Spaß! 😉 Deshalb ist es immer praktisch einen Mann mit dabei zu haben. Beim Gepäcktragen pfeife ich auf die Emanzipation!

Wir sind am 25. Dezember mit dem Wassertaxi gestartet, um uns am anderen Ende des Nationalparks absetzen zu lassen. Schon an Bord haben wir unser eigenes kleines Weihnachtswunder erlebt: Delfine.

Viele riesige, wilde Delfine sind neben unserem Boot aus dem Wasser gesprungen, darunter durch getaucht und haben uns einige Minuten begleiten. Der Kapitän sagte uns später, er habe in diesem Bereich des Parks noch nie Delfine gesehen. Sie müssen auf der Durchreise gewesen sein. (Die Videos auf Facebook und Instagram sind deutlich besser als die Fotos)

Was für ein wahnsinnig tolles Weihnachtsgeschenk! Vor allem, weil die Straße nach Kaikoura nach dem Erdbeben immer noch gesperrt ist – die Stadt ist sonst der Ort in Neuseeland, an dem Touristen mit Delfinen schwimmen und Wale beobachten können. So haben wir diese wahnsinnig tollen Tiere doch noch erleben dürfen und das sogar in freier Wildbahn.

Ich hatte kurz überlegt über Bord zu springen um diese beiden Aufgaben zu erfüllen:

Ich hoffe ihr verzeiht mir, dass ich das aus Tierschutz- und Überlebensgründen dann besser doch nicht getan habe. Meinen ganz besonderen Moment mit Delfinen hatte ich aber trotzdem.

Und genau solche Situationen zeigen einem, wie einzigartig die Natur in Neuseeland ist. Auf unserer Wanderung sind wir durch Regenwälder gegangen, auf Holzbrettern über Sümpfe gelaufen, haben steile Bergwege genommen, wacklige Hängebrücken überquert, sind barfuß durch den Sand am Strand und durch die Tide im Meer geschlendert.

Geschlafen haben wir in einer einfachen Hütte im Wald: Ohne Strom, dafür aber mit vielen zusammen gewürfelten Wanderern. Eine neuseeländische Familie war dabei, die uns ihre Traditionen zu Weihnachten gezeigt hat. Sie tragen zum Beispiel den ganzen Tag Kronen auf dem Kopf. 😉

Auch zwei Israelis waren mit in unserer Hütte. Durch sie habe ich endlich mal mit Einheimischen über die politische Lage in Israel sprechen können, eine ziemlich interessante Situation für mein kleines Nachrichten-Herz! Außerdem haben uns die beiden Mädels an ihrer jüdischen Tradition teilhaben lassen: Chanukka.

Genauso wie der Christmas-Day in Neuseeland beginnt Chanukka am 25.Dezember. Dann zünden die Israelis acht Tage lang jeweils eine Kerze an und singen dazu traditionelle Lieder. Sie haben uns die Geschichte hinter ihrem Lichterfest erzählt, ihre Lieder übersetzt und gemeinsam mit uns gesungen. So war mein Weihnachtsfest: Ein tolles, Zusammensein vieler Nationen.

Bei dieser Gelegenheit habe ich übrigens gleich eine weitere Aufgabe erfüllt: „Bringe einem Einheimischen ein typisch deutsches Spiel bei.“

Mit fällt da erstmal nur „Flunkyball“ ein – aber da die Kids der einheimischen Familie zu jung für Trinkspiele dieser Art sind, haben wir uns auf das Kartenspiel Mau-Mau geeinigt. Das kannten sie noch nicht. 😉

Ich habe dabei übrigens auch noch etwas Neues kennengelernt: Das israelische Kartenspiel „Yaniv“. Ziel des Spiels ist es zur Abwechslung mal am Ende die wenigsten Punkte zu haben. Ich war darin so gut, dass eines der Mädchen mich direkt mit in ihre Familien-Highscore-Gruppe aufnehmen wollte! Irgendein Talent muss ich ja auch haben … 😉

Eine Tradition habe ich mir übrigens auch im Sommer nicht nehmen lassen: Die traditionellen Bauchschmerzen von zu viel Schokolade. 🙂

Ich hatte in einem Supermarkt in Nelson importierte Schoko-Weihnachtsmänner und Marzipan aus Deutschland gefunden. Da wurde das Weihnachtsgeld gleich wieder gut angelegt! 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.