Weihnachten im Warmen

Vor einigen Tagen hat mir der erste Kiwi im Vorbeigehen „Merry Christmas“ zugerufen. Erst da wurde mir klar: Es ist tatsächlich Weihnachten. Ein richtiges Gefühl dafür bekomme ich am anderen Ende der Welt allerdings nicht. Es ist hier viel zu warm und es geht viel zu entspannt zu. Denn ganz ehrlich: Zu einem richtigen Weihnachtsfest gehören Schnee, Glühwein, Plätzchen und Geschenkestress.

Mein Alltag besteht dagegen aus: Zelt abbauen, Auto fahren, wandern, staunen, Selfies machen, wieder Auto fahren, Zelt aufbauen, kochen und schlafen.

Deshalb ist es für mich in diesem Jahr schwierig in Weihnachtstimmung zu kommen. Auch wenn sich die Australier und Kiwis sehr viel Mühe geben.

Viele Gebäude sind weihnachtlich geschmückt und es stehen riesige Tannenbäume in den Innenstädten. In Melbourne war ich sogar auf einem Weihnachtsmarkt. Jedenfalls sollte es einer sein: Mitten in der Stadt waren Buden aufgestellt, an denen es Weihnachtsdeko, Essen und sogar gebrannte Mandeln zu kaufen gab (für nur 5$ je 100 Gramm). Die Bäume waren mit roten und gelben Sternen geschmückt und es lief weihnachtliche Musik. Netter Versuch für die Touris, trotzdem ist es nicht dasselbe.

Skurril wird es vor allem dann, wenn die Einheimischen bei 25 Grad im neuseeländischen Sommer „I’m dreaming of a white christmas“ im Radio spielen. Davon kannste lange träumen …

Auch viele Backpacker schmücken ihre Campervans mit Lametta und stellen sich kleine Plastik-Weihnachtsbäume aufs Armaturenbrett. Manchmal nimmt dieser Weihnachtshype aber auch komische Formen an. Wenn es zum Beispiel mal keinen Marktplatz gibt, auf den man einen Weihnachtsbaum stellen kann, wird er einfach auf die Bushaltestelle gepackt.

Wie ihr an meiner Kleidung seht feier ich in Neuseeland kein Weihnachten bei 30 Grad am Strand. Auf der Südinsel, wo ich gerade bin, regnet es viel und in den Bergen ist es ziemlich kalt. Das ist nicht gerade das Wetter, das ich auf meinem Wunschzettel stehen hatte …

Aber ich will mich nicht beschweren, das ist natürlich Jammern auf ganz hohem Niveau: Ich werde die Feiertage im Abel Tasman Nationalpark verbringen. Über mehrere Tage werde ich dort mit meinen beiden Travelmates Alica und Nis wandern und in Hütten übernachten. Auch da geben sich die Einheimischen Mühe uns Touris das Weihnachtsfest weit weg von zu Hause so angenehm wie möglich zu machen. Wie hier im Aufenthaltsraum unseres Hostels.

Silvester bin ich dann bereits auf der Nordinsel von Neuseeland: In der Hauptstadt Wellington. Dort werde ich ins neue Jahr starten – und das zwölf Stunden eher als ihr. Ich erzähl euch dann wie es so ist, das Jahr 2017! 😉

Habt eine schöne, ruhige Weihnachtszeit. Mit viel Schnee, Glühwein und Plätzchen! 

2 Kommentare

  1. Martin Nemitz
    4. Januar 2017 / 8:55

    Liebe Julia,

    sehr beeindruckend! Auf Bald in HH

    • Julia Meyer
      Autor
      4. Januar 2017 / 9:01

      😉 Danke!
      Sobald mein HH Besuch feststeht melde ich mich. Freu mich auf euch!

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