Segeltörn auf die Whitsundays

Ich fahre seit elf Jahren Auto ohne einmal in eine Alkoholkontrolle gekommen zu sein. Doch kaum bin ich zum ersten Mal auf einem Segeltörn, hält uns mitten im Pazifik die Wasserschutzpolizei an! 😉 Gott sei Dank musste nicht ich zur Kontrolle sondern unser Käptn. Der versuchte mir zwar noch die Schuld in die Schuhe zu schieben und brüllte mich an, was ich schon wieder angestellt hätte … Aber ausnahmsweise war ich mal nicht für diesen Schlamassel verantwortlich. Da musste er schon alleine durch! 😉

Den Alkoholtest hat der Käptn natürlich mit der Bestnote 0,0 bestanden und nachdem er auch noch die Leuchtraketen für einen möglichen Ernstfall vorgezeigt hat durften wir auch schon weiter ziehen mit unserem schicken Segelboot Kiana.

Kiara

Drei Tage haben wir uns darauf eine Auszeit gegönnt. Irgendwo mitten im Pazifik vor der australischen Küste. Ein Traum!

Ein Traum, der ganz schön teuer war. Denn weil in der Hochsaison in Australien gerade alle günstigeren Touren entlang der Ostküste ausgebucht sind, mussten wir unsere kleine Reisekasse plündern: Für drei Personen gab es nämlich nur noch diesen teuren Segeltörn über drei Tage und zwei Nächte. Ich habe mit Alisa und Patricia aber zwei wunderbare Travelmates gefunden, deshalb wollten wir dieses Abenteuer unbedingt zusammen erleben. Also: Augen zu und (Kreditkarte) durch (-ziehen).

Whitsundays 1

Natürlich hat sich die Investition gelohnt: Drei Tage Tempo rausnehmen aus dem sonst ziemlich eng getakteten Roadtrip. Drei Tage nur schwimmen, schnorcheln, tauchen, sonnen, quatschen und essen.

Wobei das mit dem Tauchen bei mir so eine Sache war … Als Wassermann im Sternzeichen liebe ich wirklich alles, was mit diesem Element zu tun hat. Aber bei meiner Tauch-Schnupperstunde habe ich einen neuen Rekord aufgestellt: Ich war nach drei Minuten wieder auf dem Boot, zitternd und mit Tränchen in den Augen. Es hat schon einen Grund, dass ich Star Wars nie sehen wollte. Ich mag Darth Vader einfach nicht. Weder im Film noch als Geräusch im Schlauch beim Atmen unter Wasser … Die schwere Ausrüstung, das laute Atmen gegen Widerstand, die Tiefe … Das alles hat leichte Panik in mir ausgelöst. Tauchen ist definitiv nicht mein Sport. Ich bleibe beim Schnorcheln! 😉

Whitsundays 6

Nach einem holprigen Start am ersten Tag mit viel Seegang und heftigen Wellen sind wir drei Tage lang durch die Whitsundays geschippert, einer Gruppe aus 73 Inseln. Das Highlight ist der feinste Strand der Welt: Der Whiteheaven Beach. Auf diesem feinen Sand zu laufen ist wirklich ein einmaliges Erlebnis. Genauso wie dieser Ausblick:

Whitsundays 5

Wobei ich zugeben muss: Nach so vielen Wochen auf Reisen gewöhne ich mich leider an sehr viele Dinge. Einiges kann mich tatsächlich nicht mehr beeindrucken, weil ich entweder schon ein schöneres Riff oder einen besseren Ausblick genießen durfte. Oder oft auch, weil ich einfach überfordert bin mit all den unrealistisch schönen Eindrücken.

An manche Dinge gewöhne ich mich allerdings nie: Zum Beispiel an Sonnenuntergänge wie diesen, den wir am zweiten Abend von unserem Ankerplatz aus in einer Bucht erleben durften. Als ich mir für diesen Moment ein Bier holen wollte musste ich übrigens meinen Ausweis zeigen. Die Crew dachte ich wäre 16. Manches ist in jedem Land gleich! 😉

Whitsundays 2

Am dritten Tag ging es nach dem Frühsport-Schnorcheln an einem super schönen Riff schon Mittags wieder zurück in Richtung Hafen. Denn es zog ein Sturm auf und den wollten wir nun wirklich nicht erleben. Wir konnten ihm gerade noch davon segeln.

Trotz dieser guten Nase unseres Käptn hatte mein Körper Probleme damit, sich wieder an das Festland zu gewöhnen. Auch nach Stunden schwankt alles um mich herum noch fleißig hin und her. Da hätte ich als Küstenmädl und Tochter eines Seefahrers dann doch ein bisschen mehr Robustheit von meinem Körper erwartet. Da wurden mir Vattis Gene scheinbar nicht vernünftig weiter vererbt! 😉

Ein paar Seemeilen stehen mir auf meiner Reise aber noch bevor, vielleicht gewöhne ich mich ja noch daran. 😉

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